Die Auftritte und Produktionen der Dreierformation „Des Teufels Lockvoegel“ stehen im Zeichen der Alchemie. Elfisch zart, daemonisch hart praesentieren sie musikalisch eine Zeit, in welcher der Glaube Berge versetzte und unedles in edles verwandelt wurde.

 

Anno 1292 – irgendwo in Europa

 

Die Stadt Akkon, die letzte Bastion der Christen im Heiligen Lande ist im Mai letzten Jahres gefallen und die heilige Stadt Jerusalem fest in der Hand der Heiden. Es wird keinen weiteren Kreuzzug geben – das heilige Land ist verloren.
Die Stimmung in Europa ist ueberschattet vom nahenden juengsten Tag, welcher auf das Jahr 1300 angesetzt ist. Gott hat die Christenheit verlassen, der Weltuntergang ist nahe und Schuldige werden gesucht. Man geisselt sich, sucht Frieden im Gebet oder gibt sich wuesten Ausschweifungen hin.

Eine kleine Gruppe fahrender Musikanten und Vaganten ist seit einigen Wochen wieder auf den Strassen Europas unterwegs und zieht von Stadt zu Stadt, von Land zu Land um an den Hoefen der Maechtigen und an Markttagen fuer Kurzweil zu sorgen; in dieser an Geist und Glauben gebrochenen ach so dunklen Zeit. Ihr Ruf eilt Ihnen voraus, die Menge draengt sich um den Geschichten dieser recht abgerissenen Rueckkehrer vom letzten Kreuzzug zu lauschen und im wilden Tanze das nahende juengste Gericht zu vergessen.

AUCH ZUM LETZTEN TANZE WERDEN SIE AUFSPIELEN

Sind sie Zauberer, die mit den Heiden im Bunde stehen; sind sie Scharlatane oder Weise?
Vom Volk verehrt und bewundert; werden sie von der Obrigkeit nur genannt: „Des Teufels Lockvoegel“!

DTL Namenserklärung

 

Da sie die Menschen zu Tanz, Fröhlichkeit und wohl manch anderer Ausschweifung animierten oder verführten und unglaubliche Geschichten und Abenteuer zu berichten wussten, wurden sie auch genannt: „Des Teufels Lockvögel.“ Ein fester Bestandteil mittellterlichen Volksglaubens war es auch, daß verteufelte Spielleute oder gar Satan selbst zum Hexentanz aufspielten. So entstand auch die Vorstellung vom personifizierten Tod in Gestalt des betörenden Spielmanns.Mit ihrer unsteten Lebensweise standen sie als „überall Fremde“ im krassen Gegensatz zur gewohnten Ordnung. Aber keine Hochzeit, keine Taufe, nicht einmal ein Fest konnte ohne Spielleute stattfinden, egal, ob weltlich oder kirchlich.

 

Spielleut und Gaukler sind nicht Leut wie andere Menschen – Denn sie nur einen Schein der Menschheit haben und eher den Todten zu vergleichen sind

(saechsisches Weichbildrecht 1537)