mindbreed.de 22.06.08

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Drei Jahre sind seit dem letzten Album  Carmina Mystica von Des Teufels Lockvoegel nun schon verstrichen. Laut eigener Aussage der Band, weil sie mit dem Lesen von Eingeweiden und aehnlicher Recherche beschaeftigt waren. Und nun ist sie da, die Schwarze Kunst. Und wie auch das Titelbild bereits erahnen laesst: Bei dieser Kunst handelt es sich um nichts geringeres als die Alchemie. Auch wenn jedes Lied einem anderen alchemistischen Prozess zugeordnet ist, muss man keine Angst vor unverstaendlichem Hokus Pokus in fremden Zungen haben. Es finden sich Texte ueber Liebe und Schicksal. Denn wie die Lockvoegel  weitgehend auf Deutsch, doch auch auf Latein und Englisch  erklaeren, sind gerade auch solche Themen Teil jener geheimnisvollen Wissenschaft. So handelt beispielsweise das Lied mit dem Auffaelligen Titel  ! von einem Spielmann, der wegen seiner Texte Probleme mit dem bayrischen Klerus bekommt. Ob da wohl jemand aus Erfahrung spricht..? All dies stelle man sich nun in den altbekannt lauten und kompromisslosen Stimmen Marcus van Langens und Juliane la Feys vor. Wer nach Saeuseln und Fluestern sucht, ist bei den Lockvoegeln nunmal fehl am Platz! Teilweise vielleicht etwas schade, so wuerde gerade zu dem gewaehlten Thema ein geheimnisvolles fluestern bestimmt eine gute Wirkung tun. Die zwischen den Liedern angesiedelten Sprueche kennen erfahrene Lockvogel Fans ja bereits von  Carmina Mystica . Neu hinzukommenden Hoerern koennten sie hingegen vielleicht etwas gewoehnungsbeduerftig vorkommen, da neben den blossen Stimmen keinerlei lautliche Untermalung vorhanden ist. Dadurch wirken die Lieder manchmal etwas auseinander gerissen. Doch immerhin laeuft man so auch nicht Gefahr, in eine Art akustische Endlosschleife zu geraten und weder Anfang noch Ende der Stuecke zu bemerken. Musikalisch ist das Album in der Tat eine gekonnte Kombination einer Vielzahl von Instrumenten, sehr abgerundet und ausgereift. Besonders das Stueck  Schwarze Kunst entpuppt sich als ein atmosphaerischer Leckerbissen, denn hier werden mystische Harfenklaenge mit Windrauschen untermalt. Dazu ein Rhythmus, der zwar einerseits die sanften Klaenge wunderbar unterstuetzt, gleichzeitig jedoch auch sehr treibend ist. Eine Eigenschaft, die uebrigens alle Songs gemeinsam haben. Und gerade deswegen sind viele der Stuecke auch durchaus tanzbar, ein klares Plus fuer anstehende Auftritte. Doch nicht nur der musikalischen Seite sollte Beachtung geschenkt werden, denn das Artwork des Albums kann sich wirklich sehen lassen. Der „Schwarzen Kunst“ liegt ein vollfarbiges Booklet bei, welches einen sofort erkennen laesst: An Liebe zum Detail wurde hier nicht gespart. Die duester gehaltenen Hintergruende sind auf jeder Seite individuell gestaltet. Die Motive leuchten dem Betrachter in sanften, beinahe psychedelischen Farben entgegen. Darin eingelassen finden sich die vollen Texte aller Lieder, einige weitere Bilder und noch die ueblichen Schandtaten, welche in Booklets gewoehnlicherweise so drin stehen. Im Vergleich zum Vorgaengeralbum ist  Schwarze Kunst eindeutig duesterer und geheimnisvoller motiviert. Stilistisch gesehen vielleicht nicht jedermanns Sache, trotzdem ein Album, in welches sich sicher viele Fans des Mittelalter-Genres hineinhoeren koennen.

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